Zimt ist ein aromatisches Gewürz, das aus der Rinde bestimmter Bäume gewonnen wird. Die innere Schicht der Rinde wird vorsichtig abgeschält, so dass sich die typischen Zimtstangen von selbst aufrollen. Nach dem Trocknen werden sie entweder als ganze Stangen verkauft oder zu feinem Pulver verarbeitet. Je dünner die Rindenschicht, desto hochwertiger sind Geschmack und Qualität von Zimt.
Das Gewürz stammt ursprünglich aus tropischen Regionen und wird heute vor allem in Sri Lanka, China, Indonesien und anderen Teilen Asiens angebaut. Besonders bekannt sind zwei Sorten: Ceylon-Zimt, der hauptsächlich aus Sri Lanka stammt, und Cassia-Zimt, der vor allem in China angebaut wird. Beide Sorten unterscheiden sich in Aroma, Zusammensetzung und Verwendung.
Der unverwechselbare Duft von Zimt ist aus vielen Küchen nicht wegzudenken. Vor allem Süssspeisen wie Milchreis, Backwaren oder Heissgetränken verleiht er eine warme, leicht süssliche Note. Aber auch herzhafte Gerichte profitieren von seiner feinen Würze. Neben der klassischen Verwendung in der Küche ist Zimt auch in Kosmetika, Parfüms und sogar Zahnpasta enthalten. Früher galt Zimt als kostbares Handelsgut, das nur wohlhabenden Schichten zugänglich war. Heute ist er ein weit verbreitetes Gewürz, das vor allem in der kalten Jahreszeit mit seinem intensiven Aroma viele Speisen und Getränke verfeinert.
Zimt wird seit Jahrhunderten als Heilmittel geschätzt und ist für seine vielfältigen Effekte bekannt. Ihm werden antibakterielle, antimykotische und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Vor allem im Magen-Darm-Bereich wird Zimt eingesetzt, da er die Verdauung anregt und Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl oder Sodbrennen lindern soll. Zudem wirkt er krampflösend und kann den Appetit anregen.
Zimt kann wissenschaftlichen Studien zufolge einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System haben. So soll er die Blutfettwerte regulieren und den Blutdruck senken. Die in Zimt enthaltenen Antioxidantien können ausserdem dazu beitragen, Zellschäden zu verringern und die Gefässwände zu schützen. Die bisherigen Studienergebnisse sind jedoch nicht eindeutig, so dass weitere Forschung notwendig ist.
Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass Zimt hormonelle Prozesse beeinflussen kann. Erste Studien deuten darauf hin, dass Zimt bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) den Hormonhaushalt stabilisieren und den Zyklus regulieren kann. Auch auf die Psyche kann sich Zimt auswirken, denn vereinzelt wird von positiven Effekten auf Stimmung und Stressniveau berichtet. Allerdings fehlen bislang verlässliche Studien am Menschen, um diese Effekte eindeutig zu belegen.
Traditionell wird Zimt in verschiedenen Heilkünsten geschätzt. In der ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizin wird er unter anderem zur Stärkung des Körpers und zur Förderung des Wohlbefindens eingesetzt. Auch in der Aromatherapie wird Zimtöl verwendet, dem eine wärmende und anregende Eigenschaft zugeschrieben wird.
Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt sind zwei verschiedene Zimtsorten, die sich in Herkunft, Struktur, Geschmack und Inhaltsstoffen unterscheiden. Ceylon-Zimt, auch „echter Zimt“ genannt, wird hauptsächlich in Sri Lanka, Madagaskar und Sansibar angebaut. Er stammt von einem kleineren Baum, dessen Rinde in dünnen, ineinander liegenden Schichten geerntet wird, was ihm seine feine Struktur verleiht. Diese dünnen Rindenschichten machen den Ceylon-Zimt besonders zart und hochwertig.
Cassia-Zimt hingegen wächst hauptsächlich in Ländern wie China, Indien und Thailand und wird von einem grösseren Baum geerntet. Die Rinde von Cassia-Zimt ist dicker und wird zu einer einzigen, festen Stange gerollt. Aufgrund dieser Struktur und des intensiveren Aromas ist Cassia-Zimt oft kräftiger im Geschmack, wird aber auch als weniger fein empfunden als Ceylon-Zimt.
Ein markanter Unterschied zwischen den beiden Sorten ist der Gehalt an Cumarin. Während Ceylon-Zimt nur geringe Mengen dieses Stoffes enthält, ist Cassia-Zimt für seinen höheren Cumarinanteil bekannt. Cumarin kann in hohen Dosen gesundheitsschädlich sein und vor allem die Leber belasten. Es wird daher empfohlen, bei Cassia-Zimt auf die Dosierung zu achten, insbesondere bei Kindern und empfindlichen Personen. Ceylon-Zimt hingegen gilt aufgrund seines geringen Anteils an Cumarin als die sicherere Wahl für den regelmässigen Verzehr.
In der Küche wird Ceylon-Zimt wegen seines süsseren und feineren Geschmacks häufig in raffinierten Gerichten und Produkten wie Backwaren oder Getränken verwendet. Cassia-Zimt wird aufgrund seiner kostengünstigeren Herstellung häufiger in industriellen Lebensmitteln und in grösseren Mengen verwendet, insbesondere in Backwaren und Gewürzmischungen. Aufgrund seines intensiveren Aromas eignet sich Cassia-Zimt besonders für kräftigere Gerichte und süsse Speisen mit ausgeprägtem Zimtgeschmack.
Zimt kann in gewissem Masse eine unterstützende Rolle bei der Gewichtsabnahme spielen, insbesondere durch seine Wirkung auf den Blutzucker- und Insulinspiegel. Studien deuten darauf hin, dass Zimt für Menschen mit Insulinresistenz oder metabolischem Syndrom besonders nützlich sein kann, da sie häufig mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel zu kämpfen haben. Hohe Insulinspiegel können die Fettverbrennung erschweren, da sie die Fettzellen daran hindern, ihre Reserven abzubauen. Zimt hat die Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und den Insulinspiegel zu senken, was indirekt die Fettverbrennung unterstützen könnte. Ein stabilerer Insulinspiegel kann die Fettzellen dazu anregen, gespeichertes Fett freizusetzen.
Darüber hinaus besitzt Zimt thermogene Eigenschaften, das heisst, er kann die Wärmeproduktion im Körper anregen. Diese zusätzliche Wärme verbraucht mehr Energie und kann somit den Kalorienverbrauch leicht erhöhen. Im Vergleich zu anderen Substanzen wie Koffein oder Capsaicin ist die thermogene Aktivität von Zimt jedoch eher gering und trägt allein nicht wesentlich zur Gewichtsabnahme bei.
Zimt kann verschiedene Nebenwirkungen hervorrufen, vor allem wenn er in grösseren Mengen verzehrt wird. Eine der Hauptursachen für diese Effekte sind die im Zimt enthaltenen Stoffe wie Cumarin und Zimtaldehyd. Cumarin, vor allem in Cassia-Zimt, kann bei übermässigem Verzehr zu gesundheitlichen Problemen wie Leberentzündungen führen, insbesondere bei empfindlichen Personen.
Weitere mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit sowie Beschwerden wie Herzrasen, schnelle Atmung, erhöhte Darmtätigkeit und Schweissausbrüche. Nach den ersten Symptomen kann auch eine Benommenheitsphase auftreten. Ausserdem können allergische Reaktionen auf Zimt auftreten, insbesondere auf Zimtaldehyd, einen Bestandteil des ätherischen Öls. Diese Reaktionen äussern sich häufig in Form von Haut- oder Schleimhautreizungen.
Die als schädlich angesehene Zimtmenge hängt in erster Linie vom Cumaringehalt des verwendeten Zimts ab. Für Erwachsene liegt die tolerierbare Tagesdosis an Cumarin bei 0.1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das bedeutet, dass ein Erwachsener mit einem Gewicht von etwa 60 Kilogramm täglich nicht mehr als 2 Gramm Cassia-Zimt verzehren sollte. Dies entspricht etwa 24 kleinen Zimtsternen oder 400 Gramm Lebkuchen.
Bei Kindern ist diese Grenze wesentlich schneller erreicht. Ein Kind mit einem Körpergewicht von 15 Kilogramm sollte nicht mehr als 0.5 Gramm Cassia-Zimt zu sich nehmen, was etwa 6 kleinen Zimtsternen oder 30 Gramm Gebäck entspricht. Gerade bei Lebensmitteln wie Zimtsternen und Lebkuchen, die neben Zimt auch Zucker und Kalorien enthalten, ist es wichtig, diese Mengen nicht regelmässig zu überschreiten.
Ausserdem sollte Zimt nicht in grossen Mengen verzehrt werden, wie es bei sogenannten „Zimt-Challenges“ in sozialen Medien der Fall ist. Diese Mutproben, bei denen grosse Mengen Zimtpulver ohne Flüssigkeit geschluckt werden, können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Husten, Erbrechen, Atemnot oder sogar Erstickung führen.
Für die richtige Dosierung im Alltag empfiehlt es sich, Zimt in den üblichen kleinen Mengen zum Würzen von Speisen zu verwenden. Wer häufig Zimt verzehrt, sollte insbesondere bei Cassia-Zimt die tägliche Verzehrmenge im Auge behalten, um eine Cumarinexposition zu vermeiden.
Zimt ist ein vielseitiges Gewürz, das sowohl kulinarisch als auch gesundheitlich geschätzt wird. In mässigen Mengen kann er sich positiv auf den Körper auswirken, insbesondere durch seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften.