Zimt

Was duftet nach Weihnachten und lindert bei Erkältungssymptomen?

Wer hätte gedacht, dass ein kleines Stück Zimtstange so viel mehr zu bieten hat als den Duft frisch gebackener Plätzchen? In vielen Kulturen ist Zimt seit Jahrhunderten nicht nur ein beliebtes Gewürz, sondern auch ein geschätztes Heilmittel. Doch welche erstaunlichen Wirkungen hat Zimt wirklich und wie können wir sie für uns nutzen?

Was ist Zimt?

Zimt ist ein aromatisches Gewürz, das aus der Rinde bestimmter Bäume gewonnen wird. Die innere Schicht der Rinde wird vorsichtig abgeschält, so dass sich die typischen Zimtstangen von selbst aufrollen. Nach dem Trocknen werden sie entweder als ganze Stangen verkauft oder zu feinem Pulver verarbeitet. Je dünner die Rindenschicht, desto hochwertiger sind Geschmack und Qualität von Zimt.

Das Gewürz stammt ursprünglich aus tropischen Regionen und wird heute vor allem in Sri Lanka, China, Indonesien und anderen Teilen Asiens angebaut. Besonders bekannt sind zwei Sorten: Ceylon-Zimt, der hauptsächlich aus Sri Lanka stammt, und Cassia-Zimt, der vor allem in China angebaut wird. Beide Sorten unterscheiden sich in Aroma, Zusammensetzung und Verwendung.

Der unverwechselbare Duft von Zimt ist aus vielen Küchen nicht wegzudenken. Vor allem Süssspeisen wie Milchreis, Backwaren oder Heissgetränken verleiht er eine warme, leicht süssliche Note. Aber auch herzhafte Gerichte profitieren von seiner feinen Würze. Neben der klassischen Verwendung in der Küche ist Zimt auch in Kosmetika, Parfüms und sogar Zahnpasta enthalten. Früher galt Zimt als kostbares Handelsgut, das nur wohlhabenden Schichten zugänglich war. Heute ist er ein weit verbreitetes Gewürz, das vor allem in der kalten Jahreszeit mit seinem intensiven Aroma viele Speisen und Getränke verfeinert.

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  • Zimt hat eine lange Geschichte: schon im Altertum wurde das Gewürz verwendet. Der auf Sri Lanka entdeckte Ceylon-Zimt wurde nach Europa gebracht und zählte bis ins 18. Jahrhundert zu den teuersten und wertvollsten Gewürzen.
  • Echter Zimt war früher eine Kostbarkeit und arabische Händler hielten dessen Herkunft streng geheim.
  • Der Zimt-Baum ist sechs bis zehn Meter hoch und immergrün.
  • Zimt wurde bereits im Altertum zur Einbalsamierung eingesetzt.

Welche Wirkung hat Zimt?

Zimt wird seit Jahrhunderten als Heilmittel geschätzt und ist für seine vielfältigen Effekte bekannt. Ihm werden antibakterielle, antimykotische und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Vor allem im Magen-Darm-Bereich wird Zimt eingesetzt, da er die Verdauung anregt und Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl oder Sodbrennen lindern soll. Zudem wirkt er krampflösend und kann den Appetit anregen.

Zimt kann wissenschaftlichen Studien zufolge einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System haben. So soll er die Blutfettwerte regulieren und den Blutdruck senken. Die in Zimt enthaltenen Antioxidantien können ausserdem dazu beitragen, Zellschäden zu verringern und die Gefässwände zu schützen. Die bisherigen Studienergebnisse sind jedoch nicht eindeutig, so dass weitere Forschung notwendig ist.

Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass Zimt hormonelle Prozesse beeinflussen kann. Erste Studien deuten darauf hin, dass Zimt bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) den Hormonhaushalt stabilisieren und den Zyklus regulieren kann. Auch auf die Psyche kann sich Zimt auswirken, denn vereinzelt wird von positiven Effekten auf Stimmung und Stressniveau berichtet. Allerdings fehlen bislang verlässliche Studien am Menschen, um diese Effekte eindeutig zu belegen.

Traditionell wird Zimt in verschiedenen Heilkünsten geschätzt. In der ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizin wird er unter anderem zur Stärkung des Körpers und zur Förderung des Wohlbefindens eingesetzt. Auch in der Aromatherapie wird Zimtöl verwendet, dem eine wärmende und anregende Eigenschaft zugeschrieben wird.

Wie oft verwenden Sie heute Zimt in Ihrer Ernährung?

täglich
mehrmals pro Woche
einmal pro Woche
gelegentlich
nie
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Cassia- oder Ceylon-Zimt: Was ist der Unterschied?

Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt sind zwei verschiedene Zimtsorten, die sich in Herkunft, Struktur, Geschmack und Inhaltsstoffen unterscheiden. Ceylon-Zimt, auch „echter Zimt“ genannt, wird hauptsächlich in Sri Lanka, Madagaskar und Sansibar angebaut. Er stammt von einem kleineren Baum, dessen Rinde in dünnen, ineinander liegenden Schichten geerntet wird, was ihm seine feine Struktur verleiht. Diese dünnen Rindenschichten machen den Ceylon-Zimt besonders zart und hochwertig.

Cassia-Zimt hingegen wächst hauptsächlich in Ländern wie China, Indien und Thailand und wird von einem grösseren Baum geerntet. Die Rinde von Cassia-Zimt ist dicker und wird zu einer einzigen, festen Stange gerollt. Aufgrund dieser Struktur und des intensiveren Aromas ist Cassia-Zimt oft kräftiger im Geschmack, wird aber auch als weniger fein empfunden als Ceylon-Zimt.

Ein markanter Unterschied zwischen den beiden Sorten ist der Gehalt an Cumarin. Während Ceylon-Zimt nur geringe Mengen dieses Stoffes enthält, ist Cassia-Zimt für seinen höheren Cumarinanteil bekannt. Cumarin kann in hohen Dosen gesundheitsschädlich sein und vor allem die Leber belasten. Es wird daher empfohlen, bei Cassia-Zimt auf die Dosierung zu achten, insbesondere bei Kindern und empfindlichen Personen. Ceylon-Zimt hingegen gilt aufgrund seines geringen Anteils an Cumarin als die sicherere Wahl für den regelmässigen Verzehr.

In der Küche wird Ceylon-Zimt wegen seines süsseren und feineren Geschmacks häufig in raffinierten Gerichten und Produkten wie Backwaren oder Getränken verwendet. Cassia-Zimt wird aufgrund seiner kostengünstigeren Herstellung häufiger in industriellen Lebensmitteln und in grösseren Mengen verwendet, insbesondere in Backwaren und Gewürzmischungen. Aufgrund seines intensiveren Aromas eignet sich Cassia-Zimt besonders für kräftigere Gerichte und süsse Speisen mit ausgeprägtem Zimtgeschmack.

Kann man mit Zimt abnehmen?

Zimt kann in gewissem Masse eine unterstützende Rolle bei der Gewichtsabnahme spielen, insbesondere durch seine Wirkung auf den Blutzucker- und Insulinspiegel. Studien deuten darauf hin, dass Zimt für Menschen mit Insulinresistenz oder metabolischem Syndrom besonders nützlich sein kann, da sie häufig mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel zu kämpfen haben. Hohe Insulinspiegel können die Fettverbrennung erschweren, da sie die Fettzellen daran hindern, ihre Reserven abzubauen. Zimt hat die Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und den Insulinspiegel zu senken, was indirekt die Fettverbrennung unterstützen könnte. Ein stabilerer Insulinspiegel kann die Fettzellen dazu anregen, gespeichertes Fett freizusetzen.

Darüber hinaus besitzt Zimt thermogene Eigenschaften, das heisst, er kann die Wärmeproduktion im Körper anregen. Diese zusätzliche Wärme verbraucht mehr Energie und kann somit den Kalorienverbrauch leicht erhöhen. Im Vergleich zu anderen Substanzen wie Koffein oder Capsaicin ist die thermogene Aktivität von Zimt jedoch eher gering und trägt allein nicht wesentlich zur Gewichtsabnahme bei.

Welche Nebenwirkungen kann Zimt auslösen?

Zimt kann verschiedene Nebenwirkungen hervorrufen, vor allem wenn er in grösseren Mengen verzehrt wird. Eine der Hauptursachen für diese Effekte sind die im Zimt enthaltenen Stoffe wie Cumarin und Zimtaldehyd. Cumarin, vor allem in Cassia-Zimt, kann bei übermässigem Verzehr zu gesundheitlichen Problemen wie Leberentzündungen führen, insbesondere bei empfindlichen Personen.

Weitere mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit sowie Beschwerden wie Herzrasen, schnelle Atmung, erhöhte Darmtätigkeit und Schweissausbrüche. Nach den ersten Symptomen kann auch eine Benommenheitsphase auftreten. Ausserdem können allergische Reaktionen auf Zimt auftreten, insbesondere auf Zimtaldehyd, einen Bestandteil des ätherischen Öls. Diese Reaktionen äussern sich häufig in Form von Haut- oder Schleimhautreizungen.

Wie viel Zimt ist schädlich?

Die als schädlich angesehene Zimtmenge hängt in erster Linie vom Cumaringehalt des verwendeten Zimts ab. Für Erwachsene liegt die tolerierbare Tagesdosis an Cumarin bei 0.1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das bedeutet, dass ein Erwachsener mit einem Gewicht von etwa 60 Kilogramm täglich nicht mehr als 2 Gramm Cassia-Zimt verzehren sollte. Dies entspricht etwa 24 kleinen Zimtsternen oder 400 Gramm Lebkuchen.

Bei Kindern ist diese Grenze wesentlich schneller erreicht. Ein Kind mit einem Körpergewicht von 15 Kilogramm sollte nicht mehr als 0.5 Gramm Cassia-Zimt zu sich nehmen, was etwa 6 kleinen Zimtsternen oder 30 Gramm Gebäck entspricht. Gerade bei Lebensmitteln wie Zimtsternen und Lebkuchen, die neben Zimt auch Zucker und Kalorien enthalten, ist es wichtig, diese Mengen nicht regelmässig zu überschreiten.

Ausserdem sollte Zimt nicht in grossen Mengen verzehrt werden, wie es bei sogenannten „Zimt-Challenges“ in sozialen Medien der Fall ist. Diese Mutproben, bei denen grosse Mengen Zimtpulver ohne Flüssigkeit geschluckt werden, können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Husten, Erbrechen, Atemnot oder sogar Erstickung führen.

Für die richtige Dosierung im Alltag empfiehlt es sich, Zimt in den üblichen kleinen Mengen zum Würzen von Speisen zu verwenden. Wer häufig Zimt verzehrt, sollte insbesondere bei Cassia-Zimt die tägliche Verzehrmenge im Auge behalten, um eine Cumarinexposition zu vermeiden.

Wie man dieses einzigartige Gewürz verwendet: praktische Tipps

  • Besonders gut passt Zimt zu Äpfeln. Sie können gerne Apfelküchle, Apfelstrudel, Apfelkompott und Apfelsaft damit verfeinern. Eigentlich kann Zimt auch beliebige andere Säfte aufpeppen.
  • Eine leichte Zimtnote passt in ein Glas Milch oder Milchersatz, in viele Tees, in Natur-Joghurt und traditionell auch in Punsch oder in Glühwein.
  • Sie können Kaffee oder Kakao mit einer Prise Zimt gerne würzen, um ihnen eine exotische Süsse zu verleihen.
  • Viele Gebäckarten sind ohne Zimt kaum denkbar, zum Beispiel Zimtsterne, Zimtschnecken oder Zimtbrötchen. Sie können diese verführerischen Plätzchen auch selbst backen: nehmen Sie einen leicht gesüssten Hefeteig, rollen Sie ihn flach aus und bestreichen Sie ihn mit einer Paste aus feinem Zucker, Zimt und geschmolzener Butter.
  • Verfeinern Sie Hackfleischgerichte wie Chili con Carne oder Bolognese mit einer kleinen Prise Zimt.
  • Geben Sie Zimt in Chutneys oder Currys, um den Gerichten eine exotische Würze zu verleihen.
  • Wenn Sie mit Zimt kochen, fügen Sie ihn am besten erst ganz zum Schluss hinzu, damit er nicht bitter wird. Wenn Sie Stangenzimt verwenden, können Sie ihn kurz mitkochen, aber entfernen Sie ihn rechtzeitig, damit er das Aroma nicht negativ beeinflusst.
  • Bewahren Sie Zimtstangen an einem dunklen, trockenen Ort auf, um das Aroma bis zu drei Jahren zu erhalten. Das Gleiche gilt für Zimtpulver – es sollte in einem lichtundurchlässigen Behälter an einem trockenen Ort aufbewahrt werden, um sein Aroma zu bewahren.
  • Sie können Zimt bei Zahnfleischentzündungen einsetzen. Dafür brauchen Sie ein bisschen verdünntes Öl oder Lösung zum Gurgeln mit desinfizierender Kraft.
  • Gegen Durchfall mischen Sie einen geriebenen Apfel oder gekochtes Apfelmus mit Zimt und essen Sie das leckere Heilmittel.
  • Durch seine schleimlösende, antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaft hilft Zimtöl bei Husten, Bronchitis und Erkältungen. Mischen Sie dafür 4 Tropfen ätherisches Zimtöl mit 10 Millilitern Olivenöl oder Sesamöl. Geben Sie einige Tropfen dieses Öls auf den Ellbogen oder auf die Fusssohle. Das Öl wirkt über die Haut ein.
  • Zimt hilft auch beim Mundgeruch. Lösen Sie einen Teelöffel Zimt in einem Glas Wasser und spülen Sie den Mund aus, um Keime, Bakterien und Viren abzutöten, die in Lebensmittelresten zwischen den Zähnen lauern.
  • Verwenden Sie Zimtbaum (Ceylon-Zimt) oder Zimtkassie (Cassia-Zimt) gemahlen, wobei Zimtkassie mehr Eugenol enthält, das in grossen Dosen gesundheitsschädlich sein kann. Achten Sie auf die Herkunft und die Risikobewertung von Zimt. Für einen intensiveren Zimtgeschmack können Sie zusätzlich Zimtrinde oder Zimtblüten zugeben.
  • Das ätherische Zimtöl wird traditionell als stärkendes, erwärmendes sowie Inspiration und Kreativität anregendes Mittel eingesetzt.
  • Schwangere und Stillende sollten vorsorglich auf Zimtpräparate verzichten.

Zimt ist ein vielseitiges Gewürz, das sowohl kulinarisch als auch gesundheitlich geschätzt wird. In mässigen Mengen kann er sich positiv auf den Körper auswirken, insbesondere durch seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften.

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